Andreas Richter, 1954 geboren in Berlin; 1972–74 Lehre als Buchbinder; 1974–75 Restaurator in der Papyrus-Sammlung des Ägyptischen Museums Berlin; 1975–76 Werkstattleiter an der Kunsthochschule Berlin Weißensee; 1979–80 Werkstattleiter an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle Burg Giebichenstein, Fachbereich Bucheinband; 1980 Meister des Buchbindehandwerks; weiter freiberuflich tätig als Papierkünstler, Ausstellungsgestalterund Grafikdesigner in eigener Werkstatt an verschiedenen Standorten in Halle (u. a. in den Franckeschen Stiftungen) und in Berlin; mehrere Lehraufträge an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein; seit 1999 lebt und arbeitet AndreasRichter in Dobis (Ortsteil von Wettin-Löbejün im Saalekreis).

Andreas Richter ist dem Papier verfallen. Ausgehend vom Handwerkdes Buchbinders hat er sich zu einem wirklichen Papierkünstler entwickelt. Dabei geht er mit einem besonderen Gefühl für Konsistenz, Struktur und Farbe mit den verschiedenen Papierenund Kartons um. Dazu gehört auch, dass er viele seiner Papiere als Kleisterpapier oder Marmorpapier selbst fertigt. Bei seinen fantasievollen Gestaltungen spielt er zudem mit Bemalung und Collage und erreicht so Wirkungen, die für den Umgang mit Papier ganz ungewöhnlich und reizvoll sind. Selbst Abendtaschen aus auf Karton geklebten und vielfach noch übermalten Papieren gehören dazu.– In seiner großzügigen Werkstatt im gemeinsam mit seiner Frau aufwendig restaurierten, wunderbar gelegenen ehemaligen Gutshaus im unteren Saaletal sind die Wände über den Maschinen und Arbeitstischen mit reizvollen akkurat gearbeiteten gerahmten farbigen Papier-Flecht-Collagen versehen. Die Bindungen nach Halle sind eng – so gibt es eine ständige Zusammenarbeit mit dem Bildhauer und Medailleur Bernd Göbel, für dessen einfallsreiche Medaillen er regelmäßig zum »Inhalt« in Beziehung stehende Behältnisse schafft. Eine gute Zusammenarbeit gibt es auch seit vielen Jahren mit den Grafikdesignern Lutz Grumbach und Helmut Brade. Über Aufträge darüber hinaus kann sich Andreas Richter nach eigenem Bekunden nicht beklagen, zumal sich der Schwerpunkt seiner eigentlichen Arbeit (und damit die Sicherung des Lebensunterhaltes …) verlagert hat auf die Arbeit mit dem Computer und hier vor allem die grafische Gestaltung von Katalogen und Büchern. Daneben genießt er es aber, sich so wie schon in früheren Zeiten mit seinen Papier-Objekten zu beschäftigen. Momentan gehört zu den immer wieder entstehenden Schachteln die Anfertigung eines Papier-Schatten- Theaters. Die Premiere von »Acis und Galatea« – natürlich mit Händels Musik – soll in Dobis erfolgen und wird sicher wie schon zu den alljährlichen Tagen des offenen Ateliers Scharen von Hallensern in die verführerisch schöne Landschaft und das Richtersche Gutshaus (dann mit Café und Galerie) locken …
Hans-Georg Sehrt

Zur Eröffnung der Ausstellung des Halleschen Kunstvereins im Stadtarchiv Halle am Dienstag, dem 13. Mai 2014, um 18 Uhr sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen.

Es sprechen:
Grußwort: Dr. Judith Marquardt, Beigeordnete für Kultur und Sport, Stadt Halle
Zur Ausstellung: Dr. Hans-Georg Sehrt, 1. Vorsitzender, Hallescher Kunstverein e.V