Achim Freyer, Berlin
„Ohne Titel“

Malerei und Zeichnungen

Ausstellung des Halleschen Kunstvereins

Kunstvereinsgalerie in der Oper, Joliot-Curie-Platz, 06108 Halle

06.09.-19.10.2008

geöffnet zu den Vorstellungen

Eröffnung: Sonnabend, 6.September 2008, 17 Uhr

„Ohne Titel“ und doch Bilder und nichts ohne Erlebnis...

Für Theaterkenner ist der Name Achim Freyer (Jahrgang 1934) eng verbunden mit großen Theatererlebnissen, bis zu seiner Flucht 1972 schon in der DDR, dann im westlichen Deutschland sowie vor allem Österreich und zunehmend an den bedeutendsten Bühnen im europäischen Ausland, seit 1990 nun im gesamten Deutschland. Momentan kommt als neue Erfahrung Los Angeles hinzu, wo derzeit die Vorbereitungen für Richard Wagners von ihm inszenierten und ausgestatteten  „Ring der Nibelungen“ laufen. Das Studium der Gebrauchsgrafik und die Zeit als Meisterschüler für Bühnenbild von Bertolt Brecht an der Akademie der Künste Berlin standen am Beginn dieser so eigenständigen und erfolgreichen Entwicklung. Die dreibändige aufwendige und sehr informative Publikation „Freyer – Theater“, 2007 erschienen im Auftrag der Akademie der Künste, Berlin , im Alexander-Verlag Berlin, gibt davon eine umfassende Vorstellung. -  Doch der Hallesche Kunstverein zeigt in seiner neuen Ausstellung in der „Kunstvereinsgalerie in der Oper“ die andere Seite dieses bekannten Regisseurs, Kostümbildners und Bühnenbildners – den Maler Achim Freyer. Diesem Metier fühlte er sich immer verbunden, bis 1968 wohl mehr als dem Theater. Und 2003 hat er dazu passend geäußert, dass er sich danach sehne,  „nur noch ausschließlich Malerei zu machen“. Es ist ein nach seinem Verständnis von ihm völlig eigenständig betriebenes künstlerisches Genre neben seiner Arbeit für das Theater. Achim Freyer auf seine Malerei bezogen: „Das ist mein Anliegen: Das reine Bild zu haben, worin die ganze Welt enthalten sein soll, nicht als Imitat, sondern als Existenz. Nicht gemeint ist die Assoziation, die man immer vor einem Bild hat, sondern das Sein selbst.“ So tritt bei seiner häufig von der Landschaft – besonders der italienischen – inspirierten oft großformatigen Malerei vordergründig Abbildhaftes genauso zurück wie auch bei seinen entfernt Figürlichem oder Gegenständlichem angenähert erscheinenden Werken. Für ihn mit dem Gesehenen, Erlebten verbundene Farben, Strukturen und das sie beeinflussende Licht bestimmen die als persönliche Reflektion auf Äußeres, Erlebtes, Gesehenes ausschließlich im Atelier entstandenen Arbeiten. Kontrastreich und lebendig, von mitunter geheimnisvoller Transparenz - wie aus sich einander überlagernden Bildern entstanden – stehen sie für die künstlerischen Fähigkeiten ihres Autors. Öfter alles hinter einem Distanz, aber auch Neugier hervorrufenden Streifen- oder Gitterwerk. Die sparsamen und etwas spröden zumeist allein von der gekonnten Linie lebenden kleinerformatigen schwarz-weißen oder auch leicht farbigen Zeichnungen lassen da schon eher an manche Raumskizze bzw. manche Entwurfsskizze bei der Arbeit für das Theater denken.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog des Halleschen Kunstvereins zur Malerei Achim Freyers (limitierte Vorzugsausgabe mit beigelegter signierter und datierter Originalgrafik).