Positionen hallescher Emailkunst

Ragna Sperschneider 1928-2003

Schmuck, Gerät und Bildplatten

Ausstellung des Halleschen Kunstvereins in Zusammenarbeit mit der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle, dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg und dem Kunstverein Coburg
 

Aktuelle Arbeiten aus der Burg Giebichenstein

Schmuck, Bildobjekte und Installationen von Studierenden und Lehrenden der Fachgebiete Metall, Schmuck, Malerei und Grafik

 

Stadtmuseum Halle, Christian-Wolff-Haus, Große Märkerstraße 10, 06108 Halle

01.02.2009 – 29.03.2009

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr

 

Mit dieser recht umfassenden Ausstellung von Schmuck, Gerät und Bildplatten wird erstmals in Halle das Werk Ragna Sperschneiders (1928-2003) vorgestellt, die neben ihrer Mitschülerin und späteren Hamburger Kollegin Vera Marie Steckner-Crodel (von Claer) zu den wichtigsten Emailkünstlerinnen der 2.Hälfte des 20.Jahrhunderts in Deutschland gehört. Die 1928 in Halle geborene Künstlerin erfuhr ihre erste Ausbildung an der Burg Giebichenstein bei Lili Schultz und Karl Müller, ehe sie nach einem Zwischenspiel in Berlin 1956 in Hamburg an der Hochschule für Bildende Künste ihre Ausbildung abschloss. Ihr Lehrer in Hamburg war Wolfgang Tümpel, der vom Bauhaus kommend in den 20er Jahren gleichfalls bei Karl Müller in Halle war, ehe er seine eigene Werkstatt einrichtete und schließlich nach Hamburg ging. Ihrem gleichfalls mit Halle verbundenen Mann, Hans Sperschneider (1928-1995), hatte der Hallesche Kunstverein bereits 2005 eine Personalausstellung und einen Katalog (Nr. 85) gewidmet. - So wurde Ragna Sperschneider auf doppelte Weise von Halle und der Burg Giebichenstein geprägt. Bis zu ihrem Tod 2003 war sie feischaffend in Hamburg tätig. Ihr umfangreiches kostbares Werk ist heute über die gesamte Bundesrepublik verstreut, so dass es nur mit Unterstützung vieler Institutionen und zahlreicher Privatpersonen einschließlich der Familie  möglich war, diese umfangreiche und qualitätvolle Schau zusammenzuführen. Sie wird nach Hamburg und Halle dann als letzten Ort noch in Coburg zu sehen sein. -

Diese Ausstellung fügt sich in das seit seiner Wiedergründung 1990 vom Halleschen Kunstverein als eines seiner Hauptanliegen verfolgte Konzept, sich auf Künstler zu besinnen, die ihren Ursprung in der Region Halle hatten und zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind. Das Interesse der Burg Giebichenstein an ihrer eigenen Geschichte ist auch der Hintergrund dafür, dass es wiederum zu einer Ausstellung und Katalog gleichermaßen tragenden guten Zusammenarbeit von Halleschem Kunstverein und der Burg Giebichenstein kommen konnte.

Wie im Falle Ragna Sperschneiders  ist für die fehlende Kenntnis häufig die deutsche Teilung der Hintergrund. So ist gerade das Jahr 2009 besonders dafür geeignet, das Leben und Werk solcher Künstler in Erinnerung zu bringen bzw. im östlichen Deutschland bekannt zu machen. Dem trägt auch der ausschließlich mit privater Unterstützung und der Erdwin Amsinck-Stiftung Hamburg möglich gewordene umfangreiche und aufwendige Katalog Rechnung, der die Ausstellung auch auf den Stationen Hamburg und Coburg begleitet. Es ist zugleich der Katalog Nr. 100 der vom Halleschen Kunstverein in knapp 20 Jahren herausgegebenen eigenen Kataloge!

Dafür dass die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Email an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle bis zum heutigen Tag erfolgt, steht die am gleichen Tag mit Arbeiten von Studierenden und Lehrern der Hochschule eröffnete eigenständige Ausstellung „Aktuelle Arbeiten aus der Burg Giebichenstein“, an der verschiedene Fachbereiche beteiligt sind. Sie reicht vom farbigen Kleinod aus Schmuckemail über klar komponierte Bildtafeln und malerisch-grafische Bildobjekte bis zu ironischen Installationen. Eine aus Anlass der Ausstellung von der „Burg“ herausgegebene Broschüre informiert über den heutigen Umgang mit dem Email an der Hochschule.

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Jürgen Domes