Volker Pfüller
Berlin


THEATERPLAKATE

Ausstellung des Halleschen Kunstvereins e. V.
in der Kunstvereinsgalerie der Oper Halle


22. September bis 25. November 2018
geöffnet zu den Vorstellungen (Eintritt frei)

Ausstellungseröffnung am Sonnabend, 22. September 2018, um 17 Uhr


Volker Pfüller    Volker Pfüller    Volker Pfüller

Volker Pfüller    Volker Pfüller 
  Volker Pfüller

 

Volker Pfüller wurde 1939 in Leipzig geboren,
studierte 1958-1960 an der Fachhochschule für Angewandte Kunst Berlin-Oberschöneweide,
1960-1965 an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee.
Dort übernahm er 1990 die Leitung der Abteilung Bühnenbild und wurde 1991 zum Professor ernannt.
Von 1997-2005 war er als Professor für Illustration an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst tätig.
Seit 1996 ist er Mitglied der international renommierten AGI (Alliance Graphique Internationale).

Heute arbeitet er freiberuflich als Grafiker und Bühnenbildner.
Zusammenarbeit mit den Regisseuren
Adolf Dresen, Dieter Dorn, Alexander Lang, Thomas Langhoff und Alexander Stillmark am
Deutschen Theater Berlin, der Volksbühne Berlin, dem Schiller- Theater Berlin, den Münchener Kammerspielen,
dem Thalia Theater Hamburg und der Staatsoper Stuttgart.
International bekannt wurde er durch seine Bühnenbilder für die New Israeli Opera Tel Aviv
und das Teatro del Maggio Musicale Fiorentino in Florenz.
Für seine Plakate, Bühnenbilder und Bücher wurde Pfüller mehrfach ausgezeichnet:
Beste Plakate der DDR, 100 Beste Plakate des Jahres, Schönste Bücher der DDR,
Schönste Deutsche Bücher 2010.
Volker Pfüller lebt in Berlin und in der Uckermark.


Volker Pfüller gehört zu den profiliertesten Plakatgestaltern der DDR und in ganz Deutschland.
Pfüllers Arbeiten für das Theater sind stilbildend, seine Plakate sind meist szenisch gelöst. Die Hauptfigur eines Stückes steht dann im Mittelpunkt. Pfüller verleiht ihr die Züge des Schauspielers, dessen Charakter er zeichnerisch durchdringt und auf dem Plakat sichtbar macht.
Durch Pfüllers konzentrierter, individueller Ausdruckskraft und die theatralische Verfremdung schafft er Plakatinszenierungen mit Theateratmosphäre.
Seine Plakate haben das Stadtbild in Berlin geprägt und stellen durch ihre aufgeladene Farbgestaltung und emotionale Ausstrahlung einen persönlichen Beitrag zur Plakatkunst dar.
Pfüller kennt die Plakatgeschichte und die traditionellen Drucktechniken in der Tradition der französischen Plakatgestalter. Er hat für sich die Offset-Zinkografie entdeckt, ein Druckverfahren, das ein direktes Zeichnen auf Platten ermöglicht.
Pfüller unterschreibt seine Plakate mit dem Kürzel „V. P.“. An dieser Signatur erkennt man ein echtes „Pfüllerplakat“.
Pfüllers erster großer Auftraggeber war das Deutsche Theater in Berlin. Hier entwickelte er seine besondere Ausdrucksform, erlebte seinen Durchbruch mit dem Bühnenbild und dem Plakat zu Dantons Tod (1981) und es entstanden seine charaktervollen Porträts.
Pfüller hat mit seiner Kraft, Haltung und Kreativität das Erscheinungsbild des Deutschen Theaters in Berlin neu profiliert.
Volker Pfüller sagt: „Theater ist eine Welt, die der Mensch geschaffen hat. Es ist eine erdachte Welt. Erdachte Figuren mit erdachten Schicksalen handeln, leben und sterben so, wie es aufgezeichnet ist und so, wie es einstudiert ist, Abend für Abend. Himmel und Erde sind konstruiert, Sonne und Mond scheinen wie und wann es geplant ist, und wenn Felsen glühen sollen, dann glühen sie eben“. Eine neue Welt? Eine Welt durch Kunst. Eine Kunstwelt. Es ist nicht das Leben, aber ein Bild vom Leben.
Er sieht den Sinn seiner Arbeit darin, die Idee eines Stückes, eines Textes bildlich auf einen Punkt zu bringen und neue Zusammenhänge herzustellen.
Theater – eine Gemeinschaft – durch die viel zu erfahren ist.
Was wäre das Theater für ein nüchterner, poesie- und traumloser Ort ohne seine wundersame Kunst. Theater braucht Neugier, Leidenschaft und kreatives Denken.

Lutz Grumbach