Wolfgang Böttcher

MUSCHWITZ BEI LÜTZEN

50 Jahre Freund und Kupferstecher

Ausstellung des Halleschen Kunstvereins e. V.
in der Kunstvereinsgalerie der Oper Halle


03. Oktober - 04. November 2020/08.Dezember 2020 - 31. Januar 2021
geöffnet zu den Vorstellungen (Eintritt frei)


Ausstellungseröffnung am Samstag, 03. Oktober 2020, 17 Uhr


 
Böttcher Böttcher 
 
      Sizilianische Anprobe, Kupferstich, 2007, 40 x 32,5 cm                                  Menhire am Canal Grande, Kupferstich, 2003, 44,5 x 36 cm  


Böttcher
 
Messagero, Kupferstich, 2014, 29 x 62 cm

Auch der im 18. Jahrhundert in Leipzig tätige hallische Kupferstecher Johann Friedrich Bause prägt die bis zur Gegenwart nachwirkende Leipziger Stecherschule.
Wolfgang Böttcher lernte diese Sichtweise bei seinen in der Leipziger künstlerischen Tradition stehenden berühmten Lehrern Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke, die beide in verklausulierter Bildsprache auf den antiken Mythos zurückgriffen und in dem Italienerlebnis eine große sinnliche Erfahrung machten.
Der mitteldeutsche Raum gehört zu den wichtigsten Kulturlandschaften, in denen die Antiken- und Italienrezeption bis zur Gegenwart nachlebt.
Er umfasst die hallische Renaissance, die gebauten Reiseimpressionen des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches aus der Zeit der Aufklärung bis hin zur traditionsreichen Leipziger Kunsthochschule.
Der bedeutende hallische Ordinarius für Kunstgeschichte, Wilhelm Waetzoldt, bemerkte 1927 zu dieser Thematik: „Um die Auseinandersetzung mit dem italienischen Erlebnis kommt keiner, dem Bildung noch ein Ziel ist, herum. Es fragt sich nur, wie er hindurchkommt.“
Dr. Ralf-Thorsten Speler

Ich nenne mich PEINTRE-GRAVEUR – einen Maler-Radierer. Das Drama daran ist, dass die größten Meister dieser Technik, des Kupferstiches, sowie der Radierung, schon vor Jahrhunderten gelebt und gearbeitet haben: Dürer als Kupferstecher und Rembrandt als Radierer – und ihre Arbeiten lassen keinen Spielraum im Wettbewerb einer imaginären Meisterschaft zu.
Bleibt also nur, meine eigene Einmaligkeit mit und in meinen Augen zu konzentrieren, zu fokusieren, mit meinem Blick exemplarisch, die ewigen Dinge zu durchdringen, dabei im Contemporaneo-Kontext Bildideen zu entwickeln, die in Kupfer gestochen oder auf Zink radiert werden können.
Die verehrten Meister der Vergangenheit sehen mir dann als eine Art Schutzpatron bei der Arbeit über die Schulter – ab und an kneifen sie zu... ein unsichtbarer Zeigefinger erhebt sich...
Wolfgang Böttcher im Januar 2020

WOLFGANG BÖTTCHER
1948 geboren in Leipzig
1966–1971 Studium an der HGB Leipzig bei W. Tübke und W. Mattheuer
1974–1977 Aspirantur an der HGB, Leipzig
1982–1983 Mitarbeit in Bad Frankenhausen bei Werner Tübke
1980 Ausstellung „Mythos in der Kunst der DDR“, Nationalgalerie, Berlin
1986 Ausstellung „Akademiemitglieder stellen vor“, Berlin – Prof. Werner Tübke stellt Wolfgang Böttcher vor
1990 Gründung vom KUNSTHOF MUSCHWITZ
1991 Mitbegründer von PIKANTA e. V. Kunstverein Leipzig, PIKANTA GALERIE & PIKANTA AKADEMIE


Der Stadt Halle und dem Land Sachsen-Anhalt ist für die Unterstützung der Tätigkeit des Vereins zu danken.
Desgleichen gilt der Dank der Halleschen WohnungsgesellschaftmbH sowie der Saalesparkasse.