Gerhard Schmidt

Architekt

AQUARELLE

Ausstellung des Halleschen Kunstverein e. V.
im Stadtarchiv Halle,

Rathausstraße 1,
06108 Halle (Saale)

15. Januar bis 27. Februar 2020
geöffnet Mo 10–15 Uhr
Di–Do 10–18 Uhr
Freitag auf Anfrage

(Eintritt frei)

Ausstellungseröffnung am Dienstag, 14. Januar 2020, 18 Uhr

Grußwort:
Dr. Judith Marquardt
Beigeordnete für Kultur und Sport der Stadt Halle (Saale)
Zur Ausstellung:
Ralf Jacob, M. A.
Leiter Stadtarchiv Halle (Saale)


Schmidt  Schmidt

      Marktkirche Halle (Saale), 1925                                      Moritzkirche mit Johannishospital, 1940

 Schmidt  Schmidt - Portrait

                                Galleria Vittorio Emanuele in Mailand, 1940                                   Porträt Gerhard Schmidt, um 1925        



Es gilt, einen Halle-Maler neu zu entdecken, den Architekten Gerhard Schmidt.

Gerhard Schmidt, geboren am 30. August 1872 in Bromberg/Bydgoszcz als Sohn des aus Halle stammenden Regierungsrats Eduard Hermann Schmidt, verbrachte seine Kindheit und Jugend bis zum Abitur in Bromberg, studierte Hochbau/Architektur in Danzig/Gdańsk und trat danach als Bauinspektor in den preußischen Staatsdienst. Er wirkte an verschiedenen Orten, ehe er ab 1919 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1937 in Halle als Regierungsbaumeister arbeitete. Mit seiner Frau hatte er drei Kinder. Gerhard Schmidt verstarb am 22. März 1946 in Halle (Saale).

Der Malerei näherte sich Schmidt als Autodidakt und durch den Besuch von Malkursen. Seine Fortschritte auf diesem Weg vertraute er seinem Tagebuch an, welches für die Jahre 1900 bis 1944 überliefert ist. So notierte er 1938: „25.10. Zeichenkursus bei Fischer-Lamberg beginnt“ oder im Folgejahr: „7.11. Beginn eines Kursus für Aktzeichnen“.

Das erste von ihm erhaltene Bild datiert von 1911. Ab 1918, im fortgeschrittenen Alter von 46 Jahren, sind zahlreiche Bilder erhalten. Er lässt sich im Aquarellmalen schulen, wie aus einer Tagebucheintragung von 1918 hervorgeht.

Erhalten sind von seiner Hand 62 Bilder im Privatbesitz, davon ca. 40 Bilder, bei denen Architekturmotive dominieren. Etliche seiner Bilder sind nicht signiert, oft auch nicht datiert, und die Bildmotive gibt er ebenfalls in sehr vielen Fällen nicht an. In einer Briefnotiz an seinen Schwiegersohn vom 26. April 1941 beziffert er den Umfang der von ihm bis zu diesem Zeitpunkt geschaffenen und für ausstellungswürdig erachteten Bilder mit ca. 50 Stück. „Wir sind jetzt in den hiesigen Kunstverein eingetreten, der ganz gut ist und u. a. Vorträge mit Lichtbildern, Führungen durch Kunstausstellungen u. Ä. veranstaltet und auch Ausstellungen von Bildern seiner Mitglieder. Da hoffe ich auch mal auszustellen, aber es scheint schwierig zu sein, ehe es soweit ist. Zum Malen bin ich in diesem Jahr noch nicht gekommen und hoffe nun bald auf besseres Malwetter. Ich habe etwa 50 Bilder, die ich ausstellen könnte.“

Dazu kommt es nun im Stadtarchiv Halle, wo mehr als 40 künstlerische Arbeiten von Gerhard Schmidt dank der freundlichen Zurverfügungstellung der Familie Leipprand erstmals öffentlich präsentiert werden können. Entdecken Sie Halle und die Lebensstationen des Malers vor mehr als 80 Jahren.