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WILFRIED FITZENREITER (1932–2008)

EROTISCHES UND KOMMENTARE ZUR ZEITGESCHICHTE. Medaillen und Plastiken
Ausstellung anlässlich des 80. Geburtstags

13. April – 31. Mai 2012

Stadtarchiv Halle

Zur Ausstellung

"Wir kommen zur Rückseite der Medaille"
Nachdenken über Plastik:
DER MENSCH, SEIN ABBILD, DAS HANDLICHE KUNSTWERK

Plastiker denken mit den Händen. Sie erfühlen den Raum, speichern den Raum als emotionale Erfahrung und sind in der beneidenswerten Lage ihre Vorstellungen vom Raum mit ihren Händen Gestalt zu geben. Diese Räume sind beseelt, sonst sind sie nicht. Der Raum ist die Hülle für den Menschen. Menschenleere Räume gibt es nicht.

Jeder Mensch ein Universum. Ein Universum aus Muskeln, Fleisch, Knochen, Haaren und Haut + und: aus Seele, Gesten, Arbeit und Posen + und: aus Haltungen wie Anspannung, Erschlaffung, Gelassenheit, Müdigkeit, Erschöpfung, Angst, Glück, Schmerz. Darüber hat Wilfried Fitzenreiter mit den Händen nachgedacht, täglich in seiner Werkstatt. Über den Alltag. Selten über das ganz große Theater wie Glück und Unglück, Recht und Unrecht, Dummheit und Intelligenz. Er hat über die Haltungen nachgedacht, die der menschliche Körper einnimmt, wenn er sich an den Alltäglichkeiten reibt – und über die Haltungen die er einnimmt, wenn er sich an anderen menschlichen Körpern reibt. Das war Arbeit genug. Keine Mission, keine plastische Weiterbildungsanstalt.   

Das ABBILD: aus Lehm und Wachs, Schöpfungen nach dem eigenen Bilde – und dem Bilde des Nachbarn und der Nachbarin. Der Mensch als Felsen, als Klumpen, als Haufen, als Held und als Sack, als Gussform. Fitzenreiter hat eine ganze Population aus Wachs und Ton geformt. Daneben gibt es noch die Cremer-, Stötzer-, Grzimek-, Lichtenfeld-, Göbel- und Möhwald-Populationen und viele andere mehr. Und es gibt noch die Erbschaft, die akzeptierte und verweigerte: Klinger, Lehmbruck, Kolbe, Barlach, Breker & Kollwitz und ab und an der Hang zu fließenden Gewändern, die mangelnde Muskelmodulation mit dem wallenden Gewand des deutschen Ausdruckstanzes zu verhüllen – und als zeitgenössisches Korrektiv den Alfred Hrdlicka aus Wien, der den ostdeutschen Kollegen klar machte, wie Parteilichkeit, Sex, Schnaps und angemessenes Honorar eine erfreuliche Symbiose eingehen konnten.

Plastik ist selbstverständlich wie alle Kunst zuerst Kommunikation mit den toten und lebendigen Kollegen und Kolleginnen und dann erst kommt das Publikum. Die Plastik Ostdeutschlands war noch ein ganz besonderes Biotop. Archäologen werden einmal vermuten, dass die DDR eine Welt der nackten Menschen war, und ihre Plastiker Suchende eines verlorene Paradieses. Jedem seine eigene Strandburg. Eine überschaubare Periode europäischer Geschichte, als dieses östliche Teilvolk vor allem die Halbgötter Prometheus und Sisyphos und eine unbekannte namenlose Kugelstoßerin verehrten.

Und dann spüren doch die Künstler immer wieder dem Einfachen im Komplizierten nach – wie ein Mensch Haltung bewahrt gegenüber den Zumutungen seiner Zeit. Das ist sehr anrührend. Das bleibt.

Das sind alles Denkmäler, diese Sitzenden, Stehenden, Hockenden, Liegenden, die meisten nackt, etwas Mythologie dazwischen. Muskelmänner, springend, laufend, stehend, kontrapost, gestikulierend. Plastik ist Karikatur der Schöpfung. Dieses Kneten der Masse. Das ist schon im Werkprozess dieser Arbeit angelegt, der so schon im Ersten Buch Mose beschrieben wird.

Einen Nebenverweis: Wir haben gerade die Antike in Halle: Pompeji hat die Vorstellung von moderner Plastik geformt. Das Erstarren in der Katastrophe. Das Monument namenlosen Schreckens. Leichenausgüsse zwischen Interieurs der Prämiumklasse aus „Schöner Wohnen” um 70 nach der Zeitrechnung. Kunst jenseits der Grenze des Erträglichen und Vorstellbaren.

Das Denkmal für den durchschnittlichen Menschen, um dessen banales Glück das Schicksal sich nicht schert. Für die Künstler aus der Generation Wilfried Fitzenreiters war dieses Schicksal aber kein Vulkanausbruch mehr – sondern Katastrophen, die Menschen für Menschen bereitet haben. Und diesem Vielfraß menschlichen Irrsinns halten Künstler wie Fitzenreiter ihre modellierte Frage entgegen: Was bleibt von Muskeln, Fleisch, Knochen, Haaren, Haut und Seele: der Mensch als Klumpen oder Held? Meistens irgendwas dazwischen und das reicht auch.

DAS HANDLICHE KUNSTWERK

Das Relief und seine Kleinstform, die Medaille, sind Ehrung, Informationsspeicher, Währungsmittel und tatsächlich so etwas wie eine Postwurfsendung in die weiten unbekannten Räume der Zukunft. Das sind werthaltige Objekte, die Erdbeben, Bombardierungen, Brände und den Einsturz von Wohngebäuden überstehen.

Es geht eine eigene Faszination vom Intimen der Medaille aus. Das ertastbare Relief – Blindenschrift für Sehende. Das geht weiter von Hand zu Hand. Erotik ist das Naheliegende dieser Kunstform, eine Verführung des Tastsinns. Und eine Verführung, diesen Moment dauerhaften, plastische, miniatur-monumentale Gestalt zu geben.

Das Relief ist das überlistete Volumen, der Übergang von der zweiten in die dritte Dimension und wieder zurück. Die Verbindung von Zeichnung und Plastik. Da gibt es die Möglichkeit, in der Plastik Landschaften, Perspektiven zu schaffen. Das Bild ist da zu Ende, wo die Weltscheibe oder der Mondkrater der Strandburg endet.

Die Bildhauerzeichnung – das klingt immer nach Halbfertigfabrikat. Die Zeichnungen in diesem Werk sind mehr als Kontrollinstanz, Übung und Materialsammlung. Sie sind der Blick auf das, was rund ist in diesem Leben. Der Blick auf das Einfache, dass einen klaren Sinn ergibt. Immer wieder der Versuch an schwierigen Perspektiven, das Blatt ausfüllend. Die Nackten müssen die Beine anziehen, damit sie nicht über den Bildrand hängen. Da ist immer auch Ironie mit im Spiel. Fitzenreiter hat so etwas Spaß gemacht, reichlich Lebensfreude gegeben, das sieht man  den Zeichnungen an. Nichts ist eine schönere Übung als ein fliehendes Kinn in der Untersicht im Halbprofil zu zeichnen.

Zum Schluss: Medaillen und Plaketten sind historisch werthaltig. Darauf hat auch die NASA vertraut, als sie vor nicht ganz 40 Jahren eine Plakette an ihre Weltraumsonde Pioneer 10 schraubte: Start am 3. März 1972. Darauf sind stilisiert Männlein und Weiblein dargestellt. Die Sonde trudelt mittlerweile schon durch die unendlichen Weiten jenseits unseres Sonnensystems.  

Die Nachricht, die die NASA an vermutete Außerirdische schickt, ist etwas halbgar. Es bleibt der Fantasie der Alien überlassen, wie und in welchen Variationen die Gliederpuppen ineinander zu stecken sind und was dann dabei herauskommen soll. Oder ob der vielleicht nur der eine die Nahrung des anderen darstellt.

Falls Deutschland einmal eine Sonde zu den Sternen schickt, wäre ich doch eher für eine Fitzenreiter-Prägung. Am liebsten wär mir die Plakette „30 Jahre Verband der Bildenden Künstler der Deutschen Demokratischen Republik”. Es soll schon schön rätselhaft zugehen, wenn man sich für Außerirdische interessant machen will.

Rede zur Ausstellungseröffnung: Rüdiger Giebler

Zu Wilfried Fitzenreiter
  • 1951–1952 Steinmetzlehre in Halle
  • 1952–1958 Studium am Institut für künstlerische Werkgestaltung Burg Giebichenstein Halle bei Gustav Weidanz und Gerhard Lichtenfeld
  • 1958–1961 Meisterschüler an der Akademie der Künste Berlin bei Heinrich Drake
  • ab 1961 freischaffend als Bildhauer, Medailleur und Steinschneider in Berlin
  • 1975–1981 Lehrauftrag an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee
  • 2008 in Berlin gestorben

Auszeichnungen

 

  • Zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen und Einzelausstellungen
  • Werke befinden sich in vielen wichtigen Museen und in Privatsammlungen

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