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Lutz Grumbach

Kunstpreisträger 2017
Hallescher Kunstpreis 2017 an Lutz Grumbach verliehen

Ehrenzeichen zum Halleschen Kunstpreis 2017, Bronze. Entwurf Prof. Bernd Göbel

Laudatio anlässlich der Preisverleihung

Laudator: Ulrich Klieber

Sein Hemd ist knallgelb und schwarz gesprenkelt. Wie die Haut eines Feuersalamanders. Moschino. Seine Jacke besteht aus verschiedenen, zusammengesetzten, kleinen Wollflicken. Das Gegenteil von Tarnung. Laut. Bunt. Blau, rot, grün. Yohji Yamamoto. Seine Anzüge sind supermodisch geschnitten. Den Mantel aus feinem Zwirn trägt er offen. Fast weiß, beige, anthrazit, wie die Maserung eines Vogeleies. Lässig hat er den Seidenschal um den Hals geworfen. Lutz Grumbach fällt auf. Extravagant die Erscheinung und wie er sich bewegt. Man begegnet ihm oft auf dem Weg zu irgendwelchen Haltestellen. Ruhelos. Sein Gang rasch, tänzelnd leicht, wie eine Feder im Wind. Oft hat er eine Papprolle unter den Arm geklemmt und sein Klappköfferchen dabei. Selbst das Geräusch beim Öffnen passt zu ihm: Klickklick.

Wenn man bei Lutz Grumbach frühmorgens anruft, 6:30 Uhr, dann klingt seine Stimme hellwach. Er ist bereits am Arbeiten. Auch wenn die Nacht ganz kurz war. Die Stimme ist präsent und schnell. Konzentriert. Knapp, aber stets freundlich. Lutz Grumbach ist kein Redner. Das große Podium liegt ihm überhaupt nicht. Da wird er fast schüchtern und still – wie ein kleiner Junge. In kleiner Runde dreht er auf, mit einem Glas Wein in der Hand dreht er voll auf. Er ist witzig, frech. Schräg! Ein intelligenter Clown oder Eulenspiegel. Aber er verletzt nicht. Bei Empfängen und Vernissagen kommt er in kürzester Zeit mit allen möglichen Ministerialbeamt*innen und ehrwürdigen Universitätsrektoren ins Gespräch. Und zum Du.

Lutz Grumbach ist in einem Alter, in dem die meisten längst in Rente sind. Geboren 1941 in Leipzig. „Unruhestand” – ein blödes Wort. Es ist immer unruhig. Bis zum Schluss. Und wenn es damit vorbei ist, dann ist es aus. Lutz Grumbach arbeitet unablässig. Es arbeitet in ihm. Das hat nichts zu tun mit seiner DDR-Biografie, in der plötzlich ein Staat weggebrochen ist und mit ihm die vertrauten Sicherungssysteme. Aber auch. Lutz Grumbach wird arbeiten, bis er umfällt. Hoffentlich noch sehr lange. Seine Wohnung ist ein Museum. Er sammelt. Vor allem Porzellan. Alte Tassen bemalt mit Stadtansichten. Biedermeier. Barock. Klassizismus. Lutz Grumbach sammelt auch moderne Keramik. Und Grafik. Und Malerei. Und Bücher. Und Teppiche. Und Textilien. Er besitzt eine Sammlung von handgestrickten Socken von Sarah Kirsch.

Er umgibt sich mit einer schöpferischen Unordnung. Das Atelier ist sein Wohnzimmer, Empfangszimmer, Kreativwerkstatt. Hier kommen ihm die besten Ideen. Hier lässt er sich anregen. Hier fließt alles zusammen. Lutz Grumbach ist Plakatkünstler. Künstler! Seine Plakate werden in Ausstellungen gezeigt, sind Kunstwerke und Sammelobjekte. Über 200 Plakate hat er geschaffen. Lutz Grumbach ist kein Kommunikationsdesigner. Er ist kein einfacher Gebrauchsgrafiker. Die Werbebranche ist ihm fremd. Lutz Grumbach ist Grafiker. Oft tauchen seine wunderbaren Zeichnungen im Plakat auf. Er arbeitet im Auftrag. Seine Auftraggeber sind häufig kulturelle Einrichtungen, Universitäten, Museen. Die Themenbereiche sind divers. Meistens historisch. Das liegt ihm. Ganz vorn die Novalis-Forschungsstätte Oberwiederstedt.

Ein wichtiges Feld bei seinen Plakaten ist auch das klassische Künstlerplakat. Er hat für viele Künstler*innen Ausstellungsplakate entworfen: Werner Tübke, Willi Sitte, Dorothea Prühl, Ludwig Ehrler und jüngst für sechs Kollegen aus China. Lutz Grumbach versteht sich nicht als Auftragskünstler. Die Zusammenarbeit geschieht immer im Dialog. Ein Geben und Nehmen. Seine sprühenden Ideen nehmen die meisten an. Lutz Grumbach ist beharrlich und setzt sich für Gestaltungsideen ein. Ein Gentleman mit Haltung.

Die Plakate von Lutz Grumbach entstehen sehr langsam. Sie sind „handmade“. Sein Werkzeug ist der Kopierer, mit dem er vergrößert, verkleinert, verfremdet. Er klebt, collagiert, zeichnet. Verwirft. Oft arbeitet er an ganz unterschiedlichen Entwürfen gleichzeitig. Alles in Papier. Auf Papier. Alles wächst. Oft im Verhältnis 1:1. Der Computerbildschirm ist ihm eher fremd. Er kann abspeichern und Bilder verschicken. (Da kann er mehr als ich.) Vielleicht kann man den Vergleich mit Schriftstellern heranziehen. Sie schreiben heute mit dem Computer. Das geht schneller, flüssiger. Aber das Schreiben verändert sich dadurch. Man kann löschen, neu zusammenstellen, verknüpfen, bauen. Und alles geht rasend schnell. Heiner Müller hat sich dazu in „Krieg ohne Schlacht“ Gedanken gemacht. Und dann gibt es so Leute wie Peter Handke, die alles mit dem Bleistift zu Papier bringen.

Die Langsamkeit als Bestandteil des Werks. „Das langsame Wachsen der Bäume“. Man kann darin Zeit spüren. Und Mühe. Und das Ringen um Worte. Etwas Ähnliches meine ich in den Plakaten von Lutz Grumbach zu sehen. Aber natürlich steht Lutz nicht außerhalb dieser Welt. Natürlich kommt er um die technische Kompetenz nicht ganz herum. Sein Hilfsmittel: Christophe Hahn. Christophe ist ein verlässlicher Partner und der verlängerte Arm des Meisters. Er bringt zu Bild, was diesem an Verrücktheiten gerade durch den Kopf geht. Und dann probieren die beiden gemeinsam so rum. Im Spiel der Zufall. Und hin und wieder wird bei diesem Spiel eine ganz neue Idee geboren: „Das ist es!“.

Die Plakatkunst hat in Ostdeutschland Tradition. Walter Funkat, bei ihm hat er studiert, Gerhard Voigt, Volker Pfüller, Helmut Brade, Lutz Grumbach und viele mehr. Fast ist sie ausgestorben.

In Polen und Tschechien lebt sie fort. An der Warschauer Akademie habe ich fantastische Plakate gesehen. Dort gibt es nicht die Trennung zwischen angewandter und freier Grafik. Die Studierenden lernen immer beides in allen Bereichen: Zeichnen, Drucken, Fotografie, Typografie, Schrift und Gestaltung. Die Bandbreite der Möglichkeiten ist groß. Man kann daraus schöpfen.

Die Bandbreite von Lutz Grumbach ist ebenfalls groß. Er kann daraus schöpfen. Seine kleinen Tuschzeichnungen sind hinreißend. Kleine Putti, Engel und Teufel. Porträts von Schiller, Novalis und Richard Wagner. Auf einem Plakat Ludwig Ehrler. Die Zeichnungen sind eine eigenständige Gattung im Werk von Lutz Grumbach. Manchmal bewusst altmodisch. Man müsste sie einmal gesondert ausstellen. Und würdigen. Sie verschwinden in den Schubladen und viele auch im Papierkorb. Manche tauchen als Signets, als Weinetiketten auf edlen Weinflaschen wieder auf.

Das Signet. Das bekannteste hat er wohl für Werner Tübke entworfen. Zur Eröffnung des Panorama Museums in Bad Frankenhausen 1989. Lutz Grumbach und Werner Tübke. Dazu gibt es viele Geschichten: Lutz Grumbach hat für das Signet 50 Entwürfe gemacht. Und 50 Mal ein menschliches Auge gezeichnet. Es gab fünf Sitzungen mit Tübke. Beginn exakt 8 Uhr. Nicht eine Minute vor 8. Nicht eine Minute nach 8. „Herr Grumbach, eine kleine Korrektur noch.“ Eine feine Linie wurde noch unter das Auge gesetzt. Dann das ersehnte O.K.

Die Plakate. „Brot statt tot“. „Für Frieden und Humanismus, gegen die Gefahr eines Kernwaffenkrieges“. Das ist sein berühmtestes Plakat. Es ist weltbekannt. Er hat es gemeinsam mit Bernd Morgner und dem Fotografen Werner Mahler geschaffen. Es hat Designgeschichte geschrieben. Es ist in vielen Museen der Welt vertreten und wurde 1984 in Moskau mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Ich habe neulich das Original mit russischer Schrift gesehen. Gedruckt auf billigem, mattem Papier. Da ist es am stärksten! Im Mittelpunkt, zentral, groß und ausladend wird eine üppige Weizengarbe gezeigt. Die Assoziation zu einem Atompilz nach einer Atombombenexplosion ist sofort da, wenn ein Foto gegenübergestellt wird. Und genau das tun Lutz Grumbach und seine beiden Kollegen. Oben rechts im Plakat ist ein kleines Schwarz-Weiß-Foto einer Atombombenexplosion zu sehen. Direkt unter dem Wort „tot“. Ein wunderbares, einfaches, intelligentes Plakat, das an Aktualität leider nichts verloren hat.

Auch nicht in der Modernität der Gestaltung. 1984 Moskau. Das Preisgeld für das Plakat wurde in Rubel ausbezahlt und war so üppig, dass nicht alles ausgegeben werden konnte, obwohl die Preisträger ständig alle einluden und freihielten. Schließlich kaufte sich Lutz in Moskau für das Restgeld einen kleinen rosafarbenen Fernsehapparat. An der DDR-Grenze gab es Schwierigkeiten. Man wollte ihn mit dem Fernseher nicht einreisen lassen. Er drohte bei der Zollkontrolle damit, das Gerät einfach fallen zu lassen. Nach langem Hin und Her resignierte der Zöllner schließlich: „Dann nehmen Se’s eben mit!“

Novalis. Es gibt viele Plakate von Lutz Grumbach zu Novalis. Vielleicht die meisten. In der Novalis-Stiftung macht er auch die Museumsgestaltung. Und jedes Jahr gestaltet er ein Plakat zum aktuellen Themenjahr der Novalis-Stiftung. Novalis-Plakat 2003: ein Ölgemälde von 1799 mit dem Porträt des 27-jährigen Novalis. Dieses Gemälde ist der Ausgangspunkt für das Plakat von Lutz Grumbach. Darauf zeigt er zwei Details aus diesem Gemälde: das rechte Auge von Novalis und dessen Mund. Er zeigt beides in der Wiederholung. Mal größer, mal kleiner. Mal nebeneinander, mal übereinander. Wie hervorgezoomt. Vor und zurück. Das Auge wird lebendig. Und da ist plötzlich dieses Leuchten. Dieser unbeschreiblich intensive Blick. Und da ist dieses ganz leichte Rot-Rosa an den Augenrändern. Diese Ferne, die uns erschreckt. Und da ist dieser Mund. Androgyn. Frisch und jung. Sinnlich. Melancholie und Ernst. Novalis stirbt zwei Jahre später. 1801. Keine 30 Jahre alt. Wir können etwas davon ahnen im Plakat von Lutz Grumbach.

Die Schrift. Lutz liebt eine bestimmte Art von Schrift: Akzidenz- Grotesk. Schnörkellos. Dick, dünn. Kursiv, sachlich. Rot, grün, farbig. Manchmal dezent klein, tiefschwarz. Er hackt die Worte auseinander. Wie beim Puzzle. Er legt sie übereinander, schiebt alles zusammen, bis es kaum noch lesbar ist. Wir lesen halbe Worte von links nach rechts, von oben nach unten. Auseinandergerissen. Getrennt. Wie beim Kreuzworträtsel. Das alles irritiert und fesselt zugleich. Lutz Grumbach hat auch viele Bücher, Kataloge, Einladungen gemacht.

Berühmt sein Buch im Dumont Verlag: „Alles von Zarin und Teufel“, das er mit Hermann Goltz herausgebracht hat. Europäische Drucke des 18. und 19. Jahrhunderts. Auch für mich hat Lutz Grumbach oft gearbeitet. Fünf Lehrbücher zur künstlerischen Lehre haben wir bisher gemeinsam auf den Weg gebracht. Die Gestaltung lag immer bei ihm. Er hat gemacht, was er wollte.

Immer hatte er neue Ideen. Jedes Buch ist grundlegend anders geworden. Einmal arbeitet er in Spiegelschrift. Bei einem anderen Buch entscheidet er sich für einen schwarzen Fond, der mit Zitaten von Susan Sontag unterlegt wird. Irgendwann hat er auf dem Cover mit meinem Vor- und Nachnamen zu spielen begonnen. Das Spiel ist zu einem Signet geworden. Farbige Akzentuierungen einzelner Buchstaben: in Ulrich – ich, in Klieber – liebe. Ich liebe Klieber. Ich habe hier auf dem Tisch vor mir liegen den Namen Lutz Grumbach. Und versuche etwas Ähnliches. Es gelingt mir nicht.

Ach was! Egal!

Ich liebe Lutz Grumbach!

Zu Lutz Grumbach
  • 1941 geboren in Leipzig
  • 1959 Abitur
  • 1961–1966 Studium an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein, Fachrichtung Grafik bei Professor Walter Funkat
  • seit 1966 freiberuflich tätig als Grafiker und Designer, Beteiligung an Ausstellungen und Messen, Gestaltung anspruchsvoller Kunstkataloge und Plakate u. a. für den Halleschen Kunstverein
  • seit Mitte der 1990er Jahre Arbeit für die Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum im Schloss Oberwiederstedt (Wiederstedt).
  • lebt und arbeitet in Halle (Saale)

Fotos: Jürgen Domes

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